Monatsbericht des US Energieministeriums – Versorgungslage bleibt knapp

Gestern erschienen in Amerika sowohl der Wochenbericht des American Petroleum Institute zu den US Ölbeständen als auch der Monatsreport des Energieministeriums mit Prognosen zur globalen Ölförderung und Preisentwicklung. Obwohl beide Berichte eher für Preissteigerungen sprachen, hatten sie zunächst wenig Auswirkung auf die Ölpreise. Die Marktteilnehmer warten auf die weiteren Monatsberichte von OPEC und International Energy Agency, die im Verlauf der Woche erscheinen.

 

Monatsreports könnten diese Woche noch für Bewegung sorgen

Die Börse hat ihre ganz eigenen, oft hochkomplexen Gesetze. Gerade bei den Ölpreisen, die sich innerhalb kürzester Zeit rapide ändern können, spielen tausende Faktoren eine Rolle. Für die Marktteilnehmer ist deshalb eine genaue Beobachtung sowohl der Börsenverläufe als auch der geopolitischen Einflüsse unerlässlich.

 

Mit Spannung werden deshalb auch immer die Berichte von Einrichtungen wie dem American Petroleum Institute API oder auch der OPEC erwartet. Die Prognosen und Daten bieten den Marktteilnehmern Anhaltspunkte für Kauf- oder Verkaufentscheidungen. Diese wiederum bestimmen die Preisentwicklung an den Ölbörsen.

 

In dieser Woche gibt es eine Menge zu erwarten, denn es erscheinen nicht nur die üblichen Wochenreports, die sich zu den Ölbeständen in den USA äußern. Auch die drei wichtigen Monatsberichte des Amerikanischen Energieministeriums, der OPEC und der International Energy Agency werden in dieser Woche veröffentlicht.

 

EIA sieht Versorgungslage knapper als noch im Februar

Den Anfang machte gestern Abend das US Energieministerium EIA. Der Monatsbericht schätzt die globale Versorgungslage schwächer ein als noch im letzten Monat. Zum einen wurde die Produktionsprognose für die OPEC wegen der strikt umgesetzten Förderkürzungen nach unten korrigiert, zum anderen schätzt man das US Ölproduktionswachstum geringer als noch im Februar ein.

 

Zwar dürften die USA weiterhin fast im Alleingang den globalen Nachfragezuwachs abdecken können, doch gleichzeitig scheint auch das US Ölnachfragewachstum zu schrumpfen. Das Erste Mal seit sechs Monaten hat die EIA bei einem Monatsreport die Einschätzung des US Ölnachfragewachstum im Vergleich zum Vormonat gesenkt.

 

Alles in Allem stehen das steigende Ölangebot aus den USA und die Kürzungen der OPEC einander gegenüber. Eine wichtige Konsequenz daraus ist, dass die USA zunehmend unabhängiger von der OPEC werden.

 

Mit einer starken Preisrallye wird wegen des steigenden Angebots aus den nicht zur OPEC gehörenden Ländern nicht gerechnet, auch wenn die Kürzungen des Kartells im Jahresverlauf wohl zu etwas höheren Preisen führen dürften als bisher angenommen.

 

Nun heißt es abwarten, ob sich die anderen Institutionen in ihrer Einschätzung der EIA abschließen. Noch hatte der Bericht nämlich keine starken Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Marktteilnehmer scheinen die eigentlich für leichte Preissteigerungen sprechenden Faktoren noch nicht umsetzen zu wollen. Dies könnte sich im weiteren Wochenverlauf jedoch ändern.

 

Heizöl dank starkem Euro günstiger

Im Inland können Verbraucher heute vom guten Euro/Dollar-Kurs profitieren. Ein starker Euro sorgt dafür, dass in Dollar gehandeltes Rohöl im Euroraum günstiger zu haben ist. So werden auch die Heizölpreise tendenziell günstiger und 100 Liter kosten heute etwa -0,45 bis -0,55 Euro weniger als gestern.

Quelle: www.futures-services.com